„FahrenAnkommenLEBEN“: Kampagne in Rostock nicht umgesetzt

„FahrenAnkommenLEBEN“: Kampagne in Rostock nicht umgesetzt

Ungelesener Beitragvon Maik Thomaß » 24.10.2019, 12:07

„FahrenAnkommenLEBEN“: Kampagne in Rostock nicht umgesetzt


Gerade erst wurde „FahrenAnkommenLEBEN“ für den DEKRA-Award nominiert. Dabei scheint mir diese ganze Kampagne eine Farce zu sein.



Ich sehe täglich die Polizeimeldungen und sehe auch, wie wiederholt, Handy, Alkohol und Drogen am Steuer das Thema schlechthin sind. Zu diesen kommen die Geschwindigkeitskontrollen und Fehler beim Überholen und Fahrradfahrer ohne Licht im Dunkeln. Alle diese genannten Punkte wurden bei den verschiedensten Kampagnen von „FahrenAnkommenLEBEN“ zu bestimmen Zeitpunkten, meist zu Beginn eines Monats, besonders kontrolliert, teilweise mit Medienbegleitung.

Aber all das scheint in Rostock bei der Polizei, ich möchte da nicht alle Polizisten und Polizistinnen über einen Kamm scheren, vorbei zu gehen. Ich nehme mal ein topaktuelles Beispiel passend zur Jahreszeit. Gerade im vergangenen Herbst wurde die Kampagne Fahren.Ankommen.LEBEN! Ergebnisse der Auftaktkontrollen mit Schwerpunkt "Licht" heiß beworben. Ein Augenmerk lag auf Radfahrern, die nur teilweise oder gar keine Beleuchtung am Rad hatten.

Zweimal die Woche pendel ich in der Zeit von 6 bis 7 Uhr 30 von Lütten Klein nach Lichtenhagen und umgekehrt. Einmal durch die Petersburger Straße und Schleswiger Straße und zurück entlang der Stadtautobahn. Was mir vor, während und besonders nach der Kampagne auffiel: Fahrradfahrer ohne Licht, auf der falschen Fahrradwegseite, beides in Kombination, nicht nur Erwachsene auch Kinder. Das bei jeden erdenklichen Wetterverhältnissen, sei es Nebel, Regen oder eine klare Nacht bzw. ein klarer Morgen. Und dem noch nicht genug, meinen die vermeintlichen Falschfahrer noch, den gesamten Radweg für sich zu beanspruchen. Wenn man sie schon nicht oder schlecht sieht, dann soll man wenigstens noch durch Berührung spüren, da war doch wer?

Das mag ja nicht so schlimm sein, könnte so mancher behaupten. Klar, was die Verkehrssicherheit der einzelnen Zweiräder angeht, das mag und will ich nicht beurteilen, aber was die Handlungsweise der Polizei angeht, da möchte ich gerne meinen Senf in die Soße werfen. Nicht genug, das (teilweise beleuchtete) Radfahrer in falscher Richtung den Radweg nutzen, nein, hinzu kommt, dass die Polizei vorbeifährt und nicht einmal einen Blick dafür hat.

Wer kennt das nicht: Ausfahrt aus der Tiefgarage. Dabei muss neben einem Fußweg auch ein Radweg passiert werden, um auf die Straße zu kommen. Als Autofahrer, nein ich bin nicht nur Fahrrad- sondern auch Autofahrer, muss ich in dieser Situation auf Folgendes achten: Als erstes die Fußgänger von links und rechts, im Nachfolgenden, die eigentlich nur von links kommenden Radfahrer. Eigentlich, wäre da nicht so mancher Falschfahrer unterwegs, der dann noch besondere Aufmerksamkeit möchte. Das ganze gepaart mit einem unbeleuchteten Rad bei Dunkelheit und Nässe. und im weiteren Verlauf muss ich dann noch auf den von links kommenden Verkehr achten, wenn ich dann die ersten beiden Hindernisse überwunden habe. Situation des täglichen Wahnsinns: Warnow Geschäftszentrum Tiefgarage zur Warnowallee. Und natürlich fährt dort die Polizei vorbei, genau wie bei in der Rechtsabbiegerspur zur Tiefgarage parkenden Fahrzeugen, die für alle ein Risiko darstellen. Einen derartigen Unfall zwischen Auto aus Tiefgarage und Fahrradfahrerin in falsche Richtung an besagter Stelle gab es erst kürzlich. Der tägliche Wahnsinn des Parkens auf der Rechtsabbiegerspur zu Tiefgarage kann täglich, auch am Wochenende, beobachtet werden.



Nächstes Beispiel, wie ich es tatsächlich erlebt habe. Ein Radfahrer verkehrt auf der richtigen Seite aus Richtung Helsinkier Straße kommend, an der Straßenbahnhaltestelle Lütten Klein Zentrum vorbei. Er überquert die Straßenbahnschienen zur Kreuzung Warnowallee / Petersburger Straße um diese Richtung GDZ zu überqueren. Soweit so gut. Was Polizeibeamte in ihrem Mannschaftsbus, stehend an dritter Stelle der Linksabbiegerspur aus Richtung Evershagen kommend in Richtung Warnowallee, nicht sehen oder sehen wollten: Der Fahrradfahrer quasselte die gesamte Zeit über in sein Smartphone. Ich dachte eigentlich Handy am Steuer, egal ob zwei oder vier oder noch mehr Räder, seinen verboten. Aber dort wurde nicht einmal in Betracht gezogen, den Radfahrer anzuhalten. Möglicherweise waren die Beamten anderweitig beschäftigt, aber in der Zeit, die der Radfahrer brauchte, sollten auch geschulte Augen diese Situation erkannt haben.

Genauso scheint die Kampagne „FahrenAnkommenLEBEN“ zum Thema Handy nicht wirklich zu fruchten. Wie oft sehe ich Autofahrer, die, aufgrund eines Telefonates am Steuer, es nicht schaffen, beim Abbiegen den Blinker zu setzen, geschweige denn den nächsten Gang einzulegen? Freisprecheinrichtungen sind nicht teuer, nur kauft sie keiner und mit der heutigen Technik lassen sich Smartphones sogar mit dem Autoradio koppeln und als Freisprecheinrichtung verwenden. Wer hätte das gedacht. Und auch hier sehe ich wieder, dass die Polizei dort nicht wirklich tätig wird.

Was die Geschwindigkeiten angeht, klappt auch dort die erzieherische Maßnahme nicht. Es wird gerast und so manche bereits seit mehreren Sekunden auf "rot" stehende Ampel passiert. Natürlich ist in solchen Situationen keine Polizei zugegen. Selbst in beruhigten 30-km/h-Zonen wird geschaut, ob nicht sogar 30 pro Achse möglich sind.

Verkehrserziehung fängt dort an, wo die Polizei nicht nur wegschaut, sondern auch präsent ist und eingreift. Hier in Rostock muss es wahrscheinlich erst zu zahlreichen Unfällen kommen, damit etwas passiert. Mich, sowohl als Fußgänger, Radfahrer und Autofahrer, ärgern diese Zustände und das nicht nur wegen der Tatenlosigkeit. Besonders ärgerlich finde ich einen Preis zu vergeben, der scheinbar gerade in größeren Städten nur als Schmuck und Auszeichnung ohne jeglichen Zuverdienst genutzt wird. In diesem Zusammenhang sollte die DEKRA auch einmal überprüfen, ob der Preis gerechtfertigt ist. Denn von nichts kommt nichts und wird sich nichts ändern.
Redaktion Maik Thomaß

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