Topthema Klimawandel in den Medien

Topthema Klimawandel in den Medien

Ungelesener Beitragvon Maik Thomaß » 12.04.2016, 16:41

Topthema Klimawandel in den Medien

Es war wieder einmal soweit. Ein beliebtes Thema, um das es in den vergangenen Monaten ruhiger wurde, kam als Topthema beim Norddeutschen Rundfunk in Mecklenburg-Vorpommern um 17 Uhr.

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Kraftwerk Rostock. Foto: Maik Thomaß

Gegen das Thema Klimawandel als solches ist ja nichts einzuwenden. Das Klima wandelt sich bereits seit Anbeginn der Erdgeschichte, spätestens seit sich die Erdatmosphäre ausbildete und sich zwischen ihr und der Erdoberfläche Wetter abspielt. So gab es immer schon Warm- und Kaltzeiten.
Das dieses Thema gerade jetzt nach der letzten Veröffentlichung der Auswertungen des Deutschen Wetterdienstes zum Thema Klima in Deutschland hervorgeholt wird und natürlich auch ein Hype entsteht, ist kaum verwunderlich. Auch hier in Rostock, an unserer Wetterstation, wurden im Monat März ein paar Temperaturrekorde aufgestellt und somit das langjährige Referenzmittel, errechnet aus den Werten von 1991 bis 2010, deutlich überschritten.

All dies ist unbestritten. Dennoch möchte ich jetzt mal auf die Berichterstattung im Radio eingehen. Bei NDR 1 Radio MV gab es nun am Montagabend den 31. März 2014, zu besten Sendezeit "Das Topthema". Hier wurde weniger auf den Klimawandel, der Thema war, eingegangen, sondern mehr auf das, was im vergangenen Monat beim Wetter passiert ist. Ja, er war zu trocken und ja er war auch zu warm. Aber zum Kern, der Klimaerwärmung, die nicht nur Rostock oder Deutschland umfasst, sondern ein globales Thema ist, wurde nicht eingegangen.

Wen interessiert auch in Mecklenburg-Vorpommern, was in anderen Teilen der Welt passiert? Mich! Aber um mich über den Klimawandel und seine Folgen zu informieren, brauche ich nicht den NDR oder andere Radio- und Fernsehmedien, es gibt genügend Material, das man beim Durchforsten des Internets findet.

Höhepunkt des ersten von zwei Programmbeiträgen war eigentlich erst der zweite Programmbeitrag, der etwa sieben Minuten später lief. Hier wurde ein Gartenexperte zum Thema Klimawandel befragt. Dieser schlitterte förmlich mit auf der Eisbahn Klimawandel.Vorrangig ging es um das Thema exotische Pflanzen in heimischen Gärten und das diese immer Frost unempfindlicher werden. Aber eines haben die Moderatorin und der Gartenexperte dann doch herausgefunden, das natürlich die Züchter und Pflanzenlieferanten seit Jahren schon die Pflanzen so züchten, dass sie gegen leichte und mäßige Fröste resistenter werden. Wer hätte das gedacht. Eine derartige Information hatte ich schon vor gut einem Jahrzehnt.

Schauen wir doch mal kritisch auf die vergangenen 4 Jahre und dazu genau auf den März. Lässt sich anhand dieser vier Jahre eine Klimaerwärmung in unseren Breiten erkennen? Im März 2011 hatten wir eine Durchschnittstemperatur von +3,71 Grad Celsius. Das Referenzmittel von 1991 bis 2010 liegt bei +4,1°C. Somit fällt der März 2011 etwa 0,4 Kelvin kühler aus. Vielleicht bringt der März 2012 eine Ernüchterung. Das Monatsmittel lag bei 6,98 Grad Celsius. Das macht ein Plus von 2,9 Kelvin. Damit wäre ein deutlich zu warmer Monat März gefunden.

Gehen wir ins Jahr 2013. Da lag das Märzmittel bei +0,65 Grad Celsius. Gegenüber dem Referenzmittel macht das eine Abweichung von knapp 3,5 Kelvin, aber nicht ins Plus sondern ins Minus. Also halten wir fest. Die letzten vier Jahre zeigen ein deutliches Unentschieden. Zweimal war es zu warm, zweimal zu kalt.

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Rapsblüte. Foto: Maik Thomaß

Gemessen wird aber nicht nur die Lufttemperatur, sondern auch der Niederschlag. Dieser lag in den vergangenen Jahren immer unter dem Referenzmittel. Aber das ist nun nicht gleich ein Anzeichen des Klimawandels. Auch das in diesem Jahr Ende März bereits die ersten Rapsfelder blühen, ist kein Anzeichen dafür. Es gibt Jahre, in denen bereits zwei bis drei Wochen früher der Frühling ausbricht und es gibt Jahre, in denen der Frühling nicht so recht aus den Puschen kommt.
Wer sich mal genauer mit der Materie beschäftigt, wird erkennen, dass wir gerade in diesem Jahr oftmals in einer Südwestströmung beim Wetter lagen. Dies ist nicht ungewöhnlich und auch nichts gravierend Außergewöhnliches. Die Frage die bleibt: Wenn dieses Jahr der April, Mai und Juni "normal" verlaufen, dann ist das Thema schnell vergessen. Fällt der Juli und August dann zu kühl aus, hat das dann wieder was mit dem Klimawandel zu tun?

Die Radio- und Fernsehmedien sind die polarisierenden Medienbereiche in Deutschland, denen täglich Millionen von Menschen ihr Ohr und Auge schenken. Viele der Fernsehzuschauer und Radiohörer hören gespannt auf das, was gesagt wird und forschen selbst nicht nach, ob die Aussagen stimmen oder nicht. Somit ist der Klimawandel wieder einmal schuld daran, dass wir einen viel zu warmen und trockenen März hatten. Was war eigentlich 2013 Schuld an dem deutlich zu kalten März? Vielleicht gab es ja damals auch schon eine Berichterstattung zum Thema Klimaerwärmung, und dass genau diese nicht in Mecklenburg-Vorpommern vorbeischaut. Sarkastisch könnte ich jetzt sagen: "Während der Klimawandel in anderen Teilen der Welt schon im Gange ist, kommt er im Osten Deutschlands erst fünfzig Jahre später."
Redaktion Maik Thomaß

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